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Homeschooling – Update

Na? Wer saß gestern Abend alles vor dem Fernseher oder einem mobilen Endgerät und hat die Nachrichten kaum abwarten können, wie es nun weiter geht? 

Bis 14.02.2021 heißt es nun also weiterhin zuhause bleiben, Kontakte einschränken, medizinische Masken aufsetzen (das freut den Mann und den Sohn, da die zwei die Stoffmasken nicht wirklich mochten…) und Distanzlernen.

Alles in allem ändert sich für uns als Familie also nichts. 

Beim Thema Distanzlernen bin ich zwiegespalten. 

Bei Collin klappt alles super. 
Morgens um 08:00 fängt der Unterricht an und die erste Videokonferenz startet. Insgesamt hat Collin pro Tag drei Videokonferenzen an den kurzen Tagen, vier an den langen Tagen. Diese dauern jeweils 1,5 Stunden und dazwischen gibt es immer 20 Minuten Pause. Somit sind seine Klassenkameraden und er genauso lange im Unterricht, als würden sie zum Präsenzunterricht erscheinen. 
Anfangs wird besprochen, was evtl. als Heimarbeit zu erledigen war oder was auf dem aktuellen Tagesplan ansteht und dann wird teils alleine, teils in Kleingruppen gearbeitet oder die Lehrkraft erzählt und erklärt den Kindern anhand von digitalen Folien den aktuellen Lernstoff. 

Alles in allem würde ich also behaupten, dass es an Collins Schule echt gut läuft.

Bei Lena und ihrem Berufskolleg hingegen hakt es noch an vielen Stellschrauben.
Es fängt damit an, dass manche Lehrkräfte den Kalender auf Teams nicht verstehen oder nicht befüllen können/möchten, Videokonferenzen werden nicht unbedingt anhand des Stundenplans geführt und dazu werden teilweise 5 Minuten vor Beginn erst Videokonferenzen geplant und die Schülerinnen und Schüler entsprechend kurzfristig dazu eingeladen. So kam es auch schon vor, dass Lena unter der Dusche stand, während solch eine kurzfristige Unterrichtsstunde anfing… 
Tatsächlich hatte ich gestern früh ein Gespräch mit einer Lehrerkraft der Schule und diese gab zu, sich mit dem Programm nicht gänzlich auseinandergesetzt zu haben. 
Ich war ein bisschen sprachlos… denn … hallo? Wir haben Mitte Januar 2021! Seit März 2020 befinden wir uns in einer Pandemie und es wird seither immer wieder von digitalem Unterricht gesprochen. 
Aber lassen wir das mal so stehen.
Es gibt ja auch Lehrkräfte an dieser Schule, die vorbildlich arbeiten. Diese stellen die Aufgaben zur Verfügung, erklären in Videokonferenzen die Lerninhalte, sind stets erreichbar, wenn man Rückfragen hat.
Aber es hakt halt. Teilweise scheint die eine Hand nicht zu wissen, was die andere macht. 

Und so begeistert ich davon bin, wie gut alles bei dem einen Kind funktioniert, um so besorgter und verärgert bin ich, wie schleppend es an der anderen Schule läuft. 

Unser Glück ist, dass Lena mit 18 selbstständig lernt und sich die Informationen auch zu beschaffen weiß. 
Schlimmer wäre es, wenn das bestimmte Lehrkräfte vom Berufskolleg auf Collins Schule unterwegs wären… dann würde ich wahrscheinlich auch auf die Barrikaden gehen und motzend und maulend auf Facebook oder sonst wo meinen Unmut kundtun.

So sind wir aber tatsächlich froh zu wissen, dass die zwei Großen nicht täglich im vollen Bus zur Schule fahren müssen. Dicht an dicht mit anderen Schülerinnen und Schülern und immer in Sorge, dass vielleicht doch ein anderer Fahrgast infiziert sein könnte.
Natürlich sind auch wir froh, wenn die Kinder wieder im Präsenzunterricht sind, wenn sie ihre Freunde treffen können und irgendwann auch endlich wieder Umarmungen möglich sind, wenn wir alle unseren Familienalltag zurückhaben. 

Aber momentan bin ich froh, dass die Großen hier zuhause sind, wobei ich mit meiner Elternzeit natürlich gerade „leicht reden“ habe. Ich muss nebenbei keinen Job wuppen.

Deshalb habe ich auch absoluten Respekt vor allen Eltern, die neben Kinderbetreuung und Homeschooling bzw. Hilfestellungen im Distanzlernen derzeit auch noch ihrem Job nachgehen müssen, der womöglich auch nicht im Homeoffice möglich ist. 

Hoffen wir mal, dass die Maßnahmen bei dieser Verlängerung ernst genommen und durchgeführt werden. Dass auch bei den letzten Personen ein gewisses Solidaritätsgefühl aufkeimt und wir endlich mal ein Licht am Ende des Tunnels erkennen können. 

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